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Anthropogenes Gold aus dem Bach

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Anthropogenes Gold aus dem Bach wurde erstellt von BlackLabel

Ha - ich wusste, der Titel weckt Eure Neugier!

Ich möchte hier eine neue Bildersammlung starten.

Es geht um Gold, das Ihr beim Goldwaschen gefunden habt, das aber mit großer Sicherheit nicht natürlichen Ursprungs ist.
Anthropogen = von Menschenhand geschaffen/verursacht

Ich selbst habe zwei sehr kleine Goldstückchen, bei denen ich mir recht sicher bin, dass sie nicht natürlich entstanden sind. Die Oberflächen bzw. Kanten sind zu glatt. Dazu gleich mehr.

Was mich wundert, ist: Wie kommt das Zeug in den Bach?

Bei Franz Josef Andorf hat einer seiner Kursteilnehmer ein Gebiss mit drei oder vier Goldzähnen gefunden. Da ist es einfacher: Badeunfall, zu weit übers Brückengeländer gebeugt oder einem Goldsucher rausgefallen.

Meine Stückchen sind unspektakulär.
Dieses hier habe ich während unseres Forentreffens im September 2019 gefunden. Auf der einen Seite kann man einen perfekten, rechten Winkel erkennen, in der Mitte ist ein halbiertes Loch. Quer über das Loch ist es abgebrochen. Auch die Bruchkanten sind golden, es ist also nicht nur vergoldet. Es erinnert an das Ende eines Brillenbügels (am Scharnier).




Mein zweites Stück stammt aus dem Schwarzwald und ist ein Fragment einer Hülse.



Das dritte (und schönste) Stück, das ich hier zum Auftakt zeige, hat Carato (der hier leider nie schreibt) aus dem selben Bach im Schwarzwald gefischt.
Das Teil ist ca. 2,3 mm lang.




Was habt Ihr denn so gefunden?
Ringe, Ketten, Münzen...?
Beste Grüße
BlackLabel

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1 Jahr 2 Monate her #1

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rt909 antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Hallo Olaf, bitte sei bei deinem "antropogenen" Gold skeptisch:
schau mal:

unter dem Mikroskop:

vergoldete Bruchkante:

Und hier die Antwort der Geo-Abteilung der Senckenberger:

Hallo Mike,
entschuldige meine sehr späte Antwort auf deine Anfrage vom 4.5.2016. Wir hatten uns dazu das letzte mal am 15.5.2018 verständigt. Aber heute hat XXXXXXX, ein Mitarbeiter von mir die schon seit 2018 montierte Probe mit REM-EDX gemessen. Er konnte Kupfer und bei den "Goldbelägen" nur Kupfer und Zink nachweisen. Damit handelt es sich dabei nicht um Gold, sondern um eine Messingbeschichtung, die im Flußwasser (oder auch schon eher) partiell verloren ging. Es gab keinen Goldnachweis und damit sind die goldenen Partien ein Relikt einer ehemaligen Messingbeschichtung, der sogenannten falschen Vergoldung (s. de.wikipedia.org/wiki/Vermessingen).
Leider kann ich dir nicht das von dir erhoffte Ergebnis liefern. Aber vielleicht recherchierst du mal nach dem Vermessingen auf Kupfer, wahrscheinlich ist das indikativ für eine bestimmte Zeit und liefert damit doch ein Ergebnis.
Was machen wir mit deinen Proben. Willst du sie wiederhaben? Und wenn ja, holst du sie ab oder soll ich sie dir schicken?
Beste Grüße
XXXX


aber sieht schon richtig hübsch aus. beste Grüße
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Letzte Änderung: 1 Jahr 2 Monate her von rt909.
1 Jahr 2 Monate her #2

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BlackLabel antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Moin Mike!

Ich wünsche Dir, gut rein gerutscht zu sein.

Ich heiße zwar nicht Olaf, aber wenn schon, dann bitte Ølaf! ;-)

Deine Funde sind also Kupferteile mit "Messingkristallen".
Bilder von solchen "natürlich vergoldeten" Kupferblechen sieht man immer wieder in Foren.
Gut, dass das mal jemand geprüft hat. Danke!

Bei meinem Teilchen mit der Ecke (Brillenbügel) bin ich mir aufgrund der Farbe etwas unsicher.
Es tendiert etwas Richtung Bronze, ist aber heller, als es auf den Bildern rauskommt.
An allen Bruchflächen zeigt sich die gleiche Farbe und es bleibt genauso träge in der Pfanne liegen, wie das Gold.

Bei meinem zweiten Teil (Hülsenfragment) bin ich mir sehr sicher. Es hat exakt den Farbton wie Gold. Messing wirkt immer etwas heller und es fehlt dieser besondere Glanz.

Das dritte Stück hatte ich nie in der Hand aber es sieht schon sehr nach Goldschmuck aus (zumindest nach einem Fragment davon).

Wie sehen Deine Messingteile heute aus?
Messing läuft mit der Zeit an, wird erst etwas gelber und geht dann in Richtung braun, die Oberfläche wird dabei immer matter.

Ich werde mal einen Test machen.
Ich lege meine beiden Teilchen sowie ein ähnlich großes Stückchen Messing auf Küchenpapier in einem verschließbaren Behälter und tränke das Papier mit Kochsalzlösung. Evtl. packe ich noch ein Stückchen Kupfer als Referenz dazu.
Ich erwarte, dass sich bereits nach wenigen Stunden eine Verfärbung in Richtung blau/türkis beobachten lässt (besonders auf dem Papier direkt um die Teile), wenn Kupfer drin ist.

LG Øle!
Beste Grüße
BlackLabel

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1 Jahr 2 Monate her #3

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BlackLabel antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Ich habe einen Plastikbehälter mit einem Blatt Küchenpapier ausgelegt, darauf kamen dann meine beiden "Goldkrümel" sowie ein Stückchen Messing und Kupfer. Das Küchenpapier habe ich dann mit Kochsalzlösung befeuchtet. Deckel drauf und auf die Heizung gestellt.

Start des Versuches: 08.01.2020, 19:00

Nach 24 Stunden war noch keine Veränderung/Reaktion zu erkennen.
Ich habe dann mit einem Salzstreuer etwas nachgewürzt.

10.01.2020, ca. 19:00:
Keine merkliche Farbveränderung, einzelne Salzkristalle/Flecken auf den Metallstückchen. Können durchs Nachsalzen ans Metall gekommen sein.

11.01.2020, ca. 12:00:
65 Stunden nach Start des Experiments ist um das Kupferstückchen der Hauch eines dunklen Schattens zu erkennen.
Das Kupfer hat noch Glanz, ist aber dunkler geworden.
Das geht mir zu langsam, ich denke ich brauch etwas schärferes...

15.01.2020, 21:00:
Eine Woche ist um.
Das Hülsenfragment glänzt noch wie zu Beginn.
Das "Stückchen vom Brillenbügel" ist an den Bruchkanten etwas grün geworden, die glatten Flächen sind eher heller, goldener geworden.
Das Messing hat sich in Richtung dunkelgrau verfärbt.
Das Kupfer ist matt-rot, das Papier darunter ist blau-grün verfärbt.

Beim Hülsenfragment glaube ich noch immer an Gold. Beim Brillenbügel bin ich mir nicht sicher - evtl. Bronze.

Ich habe jetzt einige Tropfen Essig-Essenz 25% dazu gegeben.

Beste Grüße
BlackLabel

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1 Jahr 1 Monat her #4

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rt909 antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Hallo Black-McGyver-Label, dran bleiben. Du kriegst das Gold schon noch zum oxidieren. In der DDR gabs damals Salmiakstein + Salzsäure (mangels Lötwasser) für die Dachklempner und Elektronikbastler. Frag doch mal nen Klempner ob die das heute vielleicht auch noch verwenden. Ich hatte meine Stücke damals in Batteriesäure gelegt aber Pustekuchen. Das Trägermaterial, also CU, verfärbte sich wieder zu einem wunderschönen hellrotbraun und an meiner angeblichen Messingbeschichtung tat sich gar nix. Entweder muss ich das REM-EDX in Frage stellen oder aber, das Messing ist recht säurestabil.
In diesem Sinne, weitermachen und beobachten!
schöne Restwoche
1 Jahr 1 Monat her #5

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BlackLabel antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Moin Mike!

Die verdünnte Schwefelsäure, wie sie in Batterien eingesetzt wird, bringt nichts.
Kupfer lässt sich in konzentrierter, heißer Schwefelsäure auflösen.

Mit Salzsäure sieht es schon anders aus. Damit löst sich das Zink aus dem Messing.
Wenn das Kupfer weg soll, braucht es Salpetersäure, die nimmt auch gleich noch das evtl. vorhandene Silber mit.

Aber niemals Salpetersäure zusammen mit Salzsäure einsetzen. Das dabei entsteht Königswasser, sehr ätzend und schon kleinste Spritzer auf der Haut können starke Vergiftungen verursachen. Das Gold löst sich dann auch auf.

Steigerungsfähig bleiben! ;-)
Beste Grüße
BlackLabel

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1 Jahr 1 Monat her #6

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BlackLabel antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Update vom 16.01.2020 ca. 19:00:

Der Essig hat was bewirkt!

Das Hülsenfragment ist noch immer unverändert.




Das "Stückchen vom Brillenbügel" färbt sich jetzt grün.




Das Messingstückchen hat sich von dunkelgrau nach kupfer umgefärbt.




Am Kupferstückchen bildet sich wie erwartet Grünspan (Kupfer(II)-acetat).

Beste Grüße
BlackLabel

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1 Jahr 1 Monat her #7

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rt909 antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Guten Morgen Herr Alchimist Gyver,
am Pfennig passiert gar nüscht? - Aus was für Zeug werden denn die Münzen gemacht?
Also was muss ich nun machen um zu gucken ob meine Stücke nun vermessingt sind oder sich das REM-EDX geirrt hat?
Du hast jetzt nur Essig auf dem Tuch?
1 Jahr 1 Monat her #8

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BlackLabel antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Moin Mike!

Bei dem "Pfennig" handelt es sich um einen Euro-Cent. Wir hatten letztens eine Währungsreform. ;-)
Den habe ich nur fürs Fotografieren dazu gelegt, sonst findet die Kamera keinen Fokuspunkt, da die Metallkrümel zu klein sind. Und zum Größenvergleich.

Die 1, 2 und 5-Centmünzen sind aus Eisen mit einer Kupferbeschichtung.

Deine REM-Analyse wird schon stimmen.
Auf dem Tuch sind jetzt Kochsalzlösung und einige Tropfen Essig-Essenz 25%.

Bis denne.
Beste Grüße
BlackLabel

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1 Jahr 1 Monat her #9

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Goldrush antwortete auf Anthropogenes Gold aus dem Bach

Hier ein Beispiel aus dem Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal:



Goldplättchen und Goldwinzlinge:

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Letzte Änderung: 1 Jahr 1 Monat her von Goldrush. Grund: Bild hinzufügen
1 Jahr 1 Monat her #10

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