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Liebe "Goldwaschen-Sachsen.de"-Community,

 

wir wollen Euch hier in einem kurzen Überblick die wesentlichen Techniken des Goldwaschens beibringen - sozusagen als Onlinekurs. Natürlich werdet Ihr nach einer Weile herausfinden, dass Ihr das ein oder andere lieber etwas anders macht. Auf Dauer entwickelt sowieso jeder seine eigene Technik. Dieser Kurs soll sich auch eher an Wäscher wenden, die noch nicht so lange dabei sind und vielleicht noch ein paar Probleme haben oder Neugierige, die zwar schon von unserem Hobby gehört haben, aber selbst noch nie gewaschen haben.  Also, los gehts! :-)

Zuerst einmal: Goldwaschen ist eigentlich gaaanz einfach (wenn man weiß, wie es geht)! Regelrecht "kinderleicht" und auch durchaus schon für Kinder geeignet. Die Frage ist eher, ob Kinder schon die nötige Geduld mitbringen.

 

Schritt 1

Was brauche ich zum Goldwaschen?

Näheres dazu findest Du bei uns im Forum unter der Rubrik "Notwendige Ausrüstung für Goldwäscher". Eigentlich gehört eine Goldwaschpfanne und eine Schaufel zur Grundausrüstung. Mehr ist am Anfang nicht nötig! Wenn Du keine Waschpfanne hast, kannst Du entweder günstig bei uns im Shop eine Goldwaschpfanne kaufen oder erstmal einen großen Plasteteller nehmen. Es soll sogar Leute geben, die mit einer Autoradkappe oder einer echten Bratpfanne angefangen haben zu waschen. :-) Wichtig ist nur: groß, leicht und nicht zu steiler Rand und sauber (also ohne Öl- oder Fettreste!)

Wenn Du hast, kannst Du noch mitnehmen: eine Pipette (zum Aufsaugen der Flitter), ein durchsichtiges Sammelgefäß (sollte fest verschliessbar sein), ein Klappspaten (für verfestigte Bereiche, denen mit der Schaufel nicht beizukommen ist), Stiefel (Anglerstiefel sind besonders geeignet), lange Gummihandschuhe (falls das Wasser zu kalt ist), einen stabilen größeren Eimer und ein Goldwaschsieb (es muss ein stabiles und nicht zu feines Sieb sein, Laubsiebe sind gut), einen Fotoapparat oder Dein Handy für ein paar Fotos vom Waschen (wir freuen uns auf einen Waschbericht)...und - besonders im Sommer nicht vergessen: Mückenschutz!

Alles zusammen sollte in einen kleinen Rucksack passen, damit Du auch längere Fußwege zur ausgesuchten Waschstelle gut laufen kannst.

 

Schritt 2

Nun wählst Du auf der Karte oder über Google-Maps einen geeigneten Bach aus. Welcher Bach geeignet ist, darüber kann man herrlich streiten. Hilfreich ist es dazu, im Forum von Goldwaschen-Sachsen.de immer mal die Rubrik "Die richtigen Orte zum Goldwaschen" zu durchforsten. Raten würde ich auf jeden Fall zu einem Abschnitt, an dem keine Wege vorbei führen. Sonst wird Dir bald von vielen Spaziergängern die Frage gestellt:"Was machst n da?". Wenn Du dann sagst "Goldwaschen", kommt als nächstes die Frage "Und? Schon was gefunden?" - Wenn Du dann "Nein, noch nie" antworten musst...nun ja. Außerdem wichtig: NICHT in Naturschutzgebieten, Nationalpark, oder ähnlichen Arealen waschen! Sonst kann es saftige Geldstrafen geben, die Du natürlich vermeiden willst.

Wie gesagt:

Für den Anfang ist die Wahl des Baches relativ egal: Du willst ja erst einmal die Technik üben.

 

Wer dennoch seine Chancen auf Gold von Anfang an erhöhen möchte, kann interessante Suchstellen im Buch von Dr. Schade "Gold in Sachsen" finden.

 

Schritt 3

Im Bach angekommen, muss erstmal Material in die Pfanne. Schau Dir den Bach an und sieh nach, ob er steinig ist. Wenn er sandig ist, wähle fürs erste eine andere Stelle (hier müsstest Du zu tief graben, um an Gold zu kommen). Hast Du eine steinige Stelle im Bach gefunden, geh an eine leichte Kurve und suche dort nach einer Kiesbank auf der Gleithangseite. Grabe jetzt mit Deiner Schaufel am Anfang der Kiesbank ein Loch und gebe das Material in Deine Pfanne. Wenn Du ein Sieb hast, dann auf das Sieb. Wiederhole den Vorgang 2-3mal. Bevor das ganze zu schwer wird, gehe mit Deiner Pfanne in tieferes (ruhiges!) Wasser und rüttel alles durch heftige Drehbewegung unter Wasser durch.

BILDER folgen!

Du merkst schon, je länger Deine Stiefel sind, desto weniger musst Du Dich jetzt bücken. Wenn im Sieb kein Sand mehr ist, schütte den Inhalt zur Seite - schließlich willst Du Gold waschen, keine Steine. Achte darauf, die bereits gewaschenen Steine irgendwo hin zu werfen, wo Du sie nicht wieder und wieder auf Deine Schaufel bekommst.

 

Schritt 4

Nimm jetzt Deine Pfanne mit dem Sediment und mach nochmal das Gleiche: durch heftige Dreh- und Schüttelbewegungen unter Wasser sollte alles Schwere nach unten sinken können. Achte darauf, nichts über den Pfannenrand zu verlieren.

Jetzt kommt Dir die Physik zu Hilfe: Alles was schwer ist und alles was klein ist, sinkt nach unten. Großes und leichteres Material bleibt weiter oben in der Pfanne. Bei gleich schwerer Dichte wandert das Kleine nach unten, das Große bleibt oben: etwas, was Viele kaum glauben können,- denkt man meist, große Steine sinken nach unten. Unser Gold soll also durch das Schütteln die Chance bekommen, ganz nach unten auf den Boden Deiner Goldwaschpfanne zu sinken. Wichtig: Pfanne waagerecht halten!

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Ich bin der Meinung: "Gut geschüttelt ist halb gewaschen", das Waschen kann dann nämlich schneller erfolgen.

 

Schritt 5

Wenn Du das Sediment in Deiner Pfanne ordentlich durchgeschüttelt hast, kippst Du nun Deine Pfanne - weiter leicht nach rechtslinks hin und her schüttelnd - leicht nach vorne an. Wasche möglichst mit der Strömung im Rücken, denn wenn das Wasser in Deine Pfanne strömt, kann es zu starken Verwirbelungen kommen. Das wollen wir vermeiden. Das Material ist nun schräg in Deiner Pfanne,- alles was schwer ist, liegt jetzt am tiefsten Punkt im Sedimentdreieck ganz unten.

TIPP: Wenn Du wissen willst, ob Du es richtig gemacht hast, nimm ein Centstück mit. Lege es zu Anfang auf das Material bevor Du rüttelst. Durch das Rütteln sollte das Centstück dann an den tiefsten Punkt in der Pfanne runterwandern. Wichtig: ruhig stark rütteln,- wenn Du es zu zaghaft machst, bleiben schwerere Bestandteile oben in der Pfanne! Die Wäscher sagen hier bildhaft, dass die Pfanne „kochen“ muss.

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Schritt 6

Lasse den Inhalt Deiner Pfanne zur Ruhe kommen und übe jetzt gleichmäßige Vor- und Zurückbewegungen aus. Dabei ganz leicht aus dem Handgelenk Wasser in die Pfanne strömen lassen, und es beim Vorbewegen abfließen lassen. Wie Du siehst, reißt das Wasser jetzt jede Menge Sand und leichtere Bestandteile mit. Wiederhole dies 2 bis 3mal. Danach schüttelst Du wieder alles in der Pfanne unter Wasser WAAGERECHT durch und kippst die Pfanne wieder leicht an und lässt das Material sich setzen. Wenn es sich gesetzt hat, wasche wieder mehrfach vor und zurück und spüle Material aus der Pfanne. Wenn Du es richtig gemacht hast, kannst Du Dein eingeworfenes Centstück noch immer nicht sehen!

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Schritt 7

Nach rund 5 - 8 Minuten sollte sich jetzt etwas erstaunliches in Deiner Pfanne zeigen: unter Resten von hellem Sediment schimmert schwarzer Sand! Dieser sogenannte "black sand" besteht aus Schwermineralen und ist oft stark eisenhaltig. Jetzt kann es sein, dass Du auch Dein Centstück wiederfindest. Wenn Du es aus Versehen herausgespült hast, liegt es jetzt im Bach und war Dein gezahltes "Lehrgeld" - dann hast Du wahrscheinlich die Pfanne am Anfang nicht richtig geschüttelt.

BILDER (Blacksand etc.) folgen!

 

Schritt 8

Wasche nun wie zuvor weiter und siehe zu, dass Du fast nur noch schwarzen Sand in der Pfanne hast. Wenn Du zufällig gerade am Klondike bist, kann es sein, dass Dich jetzt die ersten riesigen Nuggets anblinken...Falls nicht, nehme die Pfanne nun (ohne Inhalt zu verlieren!) mit etwas Wasser aus dem Bach und halte sie im Stehen leicht schräg vor Dich. Jetzt willst Du wissen, ob tatsächlich Gold in Deiner Pfanne ist.

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Schritt 9

Rüttel nun, die Pfanne schräg haltend, alles noch einmal fest durch. Immer so, das sich alles an einer Seite sammelt. Wenn Du dann die Pfanne vorsichtig (!) zurück in die entgegengesetzte Haltung kippst, hast Du auf der unteren Seite das Wasser und oben den schwarzen Sand.

Nun gibt es verschiedene Methoden: entscheide Dich, ob Du eher "Schwapper" oder "Spüler" sein willst - oder probiere beides aus!

Die "Schwapper" bringen den schwarzen Sand nun durch seichtes Vor-und Zurückbewegen des Wassers dazu, sich in senkrechten Bewegungen zur Pfannenmitte abzusetzen. Dabei bleiben die schwersten Bestandteile,- so auch das Gold oben liegen. Mir persönlich ist diese Methode zu ruckhaft,- ich spüle lieber.

BILDER (schwappen) folgen!

Die "Spüler" lassen das Wasser in der Pfanne seicht über den black Sand kreisen. Dabei wird der leichtere schwarze Sand abgespült und das Gold bleibt oben liegen. Achtung: nur die ablaufenden Wellen dürfen Material mitnehmen, nicht die auflaufenden!

Wenn Du jetzt die kreisende Bewegung mal in die andere Richtung vornimmst, sollte nach 3-10 mal (je nachdem wieviel noch in der Pfanne ist) endlich Gold zu sehen sein. Meist sind 80% aller Flitter so groß, wie eine Stecknadelspitze. Da das Gold aber sehr glänzt, kannst Du selbst diese Flitter noch mit bloßem Auge gut erkennen. Wenn Du Glück hast, sind einige Flitter von rund 1 mm dabei,- mit ganz viel Glück schon mit mehreren Millimetern. Über Deine Funde freuen wir uns natürlich sehr und würden uns freuen, wenn du davon im Forum von Goldwaschen-Sachsen.de einen Waschbericht schreibst!

BILDER folgen!

Apropos:

ALLE Anfänger, das ging uns nicht anders, halten zuerst die blitzenden Glimmerstücke im Sediment für Gold. Es ist aber nur Katzengold, Glimmer oder Phyrit. Er hat meist eckige Kanten, ist relativ leicht und platt. Außerdem kannst Du es mühelos zwischen den Fingern zerreiben oder mit den Fingernägeln zerdrücken. DAS geht mit Gold nicht.

 

Schritt 10

Jetzt nimmst Du die Pipette und saugst die Flitter vorsichtig aus der Pfanne und sammelst sie dann in Deinem Glas, das FEST stehend irgendwo am Ufer in den Kies oder Sand gedrückt wird. Wenn du keine Pipette hast, tut es auch ein Pinsel.

Danach beginnt das Ganze von Vorn. Wichtig: Merke Dir ein wenig, wo Du Gold gefunden hast,- in welcher Tiefe, wo im Bach. So bekommst Du nach fleissigem Üben über die Jahre ein Gefühl für die Verteilung der Flitter im Bach. Merke: auch jede Pfanne OHNE Gold, ist keineswegs umsonst gewaschen. Du weißt nun, wo KEIN Gold liegt. Diese Information ist genauso wichtig, wie die, wo es liegt. Auf Dauer weißt Du von selbst, wo im Bach es sich lohnt, zu graben und wo nicht.

 

Viel Spaß beim Goldwaschen wünscht Dir jetzt, Goldwaschen-Sachsen.de !

Ich (Tom) möchte mich herzlich beim Foren-Moderator Aurum, für die Erstellung dieses Berichtes bedanken. 

 

Ein Tipp noch zum Ende. Wer mehr über das Thema Goldwaschen erfahren möchte, dem lege ich das Buch "Goldwaschen" ans Herz. Es werden so gut wie alle wichtigen Themenbereiche angesprochen und in unterhaltsamer Weise erklärt - so auch der Einsatz von Goldwaschrinnen

 

 

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