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Goldgewinnung mit Quecksilber
(1 Leser) (1) Gast
Hier ist Platz für Fragen zur Wasch-Technik bzw. wie diese optimiert werden kann.

THEMA: Goldgewinnung mit Quecksilber

Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #1


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Servus...

Die "Alten" haben doch Quecksilber verwendet um Gold zu "binden". Das anschließende Abschmelzen des Quecksilbers von Gold ist mir auch ein Begriff aber wie funktioniert die Technik/Arbeitsweise genau? (Nein, ich wills nicht nachmachen)

Haben die den Blacksand mit Quecksilber versetzt? Wie haben die das dann vermengt, um alles zu erwischen bzw. das Gold mit Quecksilberanhaftungen aus dem "Dreck" rausbekommen? Und vor allem wie kann dadurch Quecksilber in den Bach gelangen? (Diese Überreste die man heutzutage findet)

Danke für die Aufklärung
Bimmel

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #2


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Wie ich's begriffen habe: Das Gold bildet bevorzugt mit dem Quecksilber ein Amalgam (ähnlich wie das Zeug, das man sich in die Zähne schmiert). Die Trennung erfolgt durch Verdampfen des Quecksilbers. Das Gold bleibt dann übrig. In Südamerika z.B. scheint man anstelle der bei uns üblichen Feinriefenmatte ein mit Ag behandeltes Riffelblech in der Sluice gehabt zu haben. Auch hier bleibt das Gold und auch die ganz kleinen Au-Teilchen dran haften. Ökosauerei, wenn ihr mich fragt... Obwohl wohl auch "geschlossene" Systeme ohne (geplante) Freisetzung von Ag arbeiten sollen. Ag in unseren Gewässern ist zu großen Teilen m.E. nicht vorhandenem Umweltbewußtsein in der Neuzeit geschuldet. Da wurde ja gern Alles in Gewässern entsorgt (Mein Vater hat dereinst z.B. gern Altöl zur Unkrautbekämpfung eingesetzt, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte...). Quecksilber dürfte seinerzeit nicht ganz wertlos gewesen sein, was die spätmittelalterlichen Anwender wohl zu einer gewissen Achtsamkeit im Umgang gebracht hat. Durch das hohe spezifische Gewicht akkumuliert Quecksilber natürlich besonders gern an den gleichen Stellen wie Seifengold im Gewässer (macht z.B. Bleischrot ja auch), was zur Verseuchung des Goldes beiträgt oder evtl. sogar deren Hauptursache ist.
GA!
Ralf
Bergstadt Chemnitz

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #3


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Wikipedia ist Dein Freund:

de.wikipedia.org/wiki/Amalgam

GA!

Ralf
Bergstadt Chemnitz

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #4


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Es tut mir leid, aber ich muss mal den Klugscheißer spielen.
Das offizielle Elementensymbol für Quecksilber ist Hg, das ist ein Akronym für HydroarGentum (flüssiges Silber).
Ag dagegen steht für Silber (Argentum).

Gruß, Novalis.

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #5


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Fehler vom Amt, iss klar...
Bergstadt Chemnitz

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #6


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hm... na das ist mir soweit schon klar... aber dass die damals literweise quecksilber in den fluss gekippt haben glaub ich auch nicht, dann müsste sich da mehr abgelagert haben was die nie wieder rausbekommen hätten da sich quecksilber ja auch mit anderen materialien verbindet...

ich könnte mir vorstellen dass die das sediment irgendwie vorkonzentriert haben aber wie und und überhaupt?

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #7


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Es wurden sicher mit Seifenarbeit gewonnene Konzentrate mit Hg (!!!!) behandelt. Alles andere macht wohl keinen Sinn. Bei Wiki ließ sich auch nachlesen, das Hg (!!!) kaum Ambitionen zu Eisen hat. Damit wäre das am häufigsten vorkommende Metall (wenn man die Sulfide mit dazuzählt) ja im Vorfeld schon raus aus dem Trennprozeß.
Ein etwas kryptischer link (ab Seite 82) zur Behandlung von Erzen, passt aber sicher auch zu Konzentraten:

books.google.de/books?id=Mi4yuNKdbz0C&am...cksilber&f=false

GA!
Ralf
Bergstadt Chemnitz

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 3 Monate her #8


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Bei Youtube gibt es ne ganze reihe von Videos, in denen Indios und Philipinos vorführen wie es gemacht wird. Mein Favorit ist da "Mercury: The burning issue". Ist ein ausführliches, zweiteiliges Video das sich dem Goldbergbau auf Borneo widmet.

Das abtrenne des Quecksilbers vom Schwerekonzentrat ist auch kein Problem, da zum einen Quecksilber eine sehr hohe Dichte hat, sodass alle Mineralkörner darauf schwimmen und zum anderen hat es eine sehr hohe Oberflächenspannung. Dadurch wird der Schlich auch nicht benetzt. Es gibt also keinen "quecksilbernassen" Sand.

Ein ähnliches Prinzip wendet man auch bei der Prospektion von Mineralseifen an, wie man sie z.B. an Meeresstränden findet. Da wird das angereicherte Konzentrat in Iodoform (so wie Chloroform, bloß aber mit Iod) gegeben. Das ist eine Flüssigkeit mit eine Dichte bei etwa 3, weshalb alle interessanten Schwerminerale zu Boden sinken und der Sand (also Quarz, Glimmer etc.) oben schwimmt und einfach abgegossen oder abgeschöpft werden kann.

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 2 Monate her #9


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hab mir jetzt mal beide quellen zu gemüte geführt (das buch und die videos)

sehr abenteuerliche aparaturen... das erklärt allerdings noch nicht so wirklich wie gold mit quecksilberanhaftungen zurück in den fluss gelangen.

Aw: Goldgewinnung mit Quecksilber 1 Jahr, 2 Monate her #10


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Ich denke das die Amalgamfunde Relikte des historischen Goldbergbaus sind. Ich habe zumindest meine Amalgamfunde immer in Gewässern gemacht, in denen historischer Goldseifenbergbau belegt ist.
Ich denke auch das es früher hier so zugegangen ist wie in den Videos. Die matschen da schon mit dem Quecksilber ganz schön rum und die Rückgewinnungsrate ist ja alles andere als hoch. Deshalb denke ich, das als Nebeneffekt beachtliche Mengen in die Flüsse gelangen. Und diese Spuren finden über die Jahrhunderte im Sediment den einen oder anderen Flitter, bis wir sie dann rausholen.
Wenn man bedenkt was man in manchen Gewässern für Unmengen an Müll findet ist es wahrscheinlich, das da auch das eine oder andere Fieberthermometer darunter ist. Ich denke aber, das die Masse des amalgamierten Seifengoldes eine Folge des historischen Bergbaus ist.
Grunewald et al. haben in Ostthüringen eine sehr eindeutige Korrelation zwischen Amalgamfunden und historischem Bergbau feststellen können, und das auch in Bächen, die nicht sehr Müllbelastet sind.

Ich hoffe wir konnten dir Helfen!

MfG, Novalis.
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